Meine Mutter betete ab und an mit mir ein Gute-Nacht-Gebet. Es war eher eine ihrer Spielarten, mit mir zu kommunizieren, fast ein Ritual, denn echte Hingabe zu einem Gott oder dem Glauben daran. „Den Schein bewahren, Konflikte vermeiden“ war wohl eines der Gebot seinerzeit.
Auf religiösem Gebiet wuchs ich infolge relativ neutral auf: Meine Eltern äußerten sich, so lange ich klein war, weder negativ noch positiv über Inhalte des christlichen Glaubens. Später, in der Schule erfolgte das übliche Hirnwaschprogramm: Kommunionsvorbereitung, erste Beichte, usw., usf. Die Mär der Erbsünde, dramatisch -und mit Drohgebärden untermalt- erzählt von meiner Reli-Lehrerin ließ mir bis dato den Christengott eher als eifernden, geifernden Eifersüchtler erscheinen, denn als gütigen, bärtigen „Himmelhirten“. Böse, aber durchschaubar. Immerhin –>.
(Off topic: Meine Eltern berichteten viel später von ihrer kirchlichen Eheschließung, die wegen der verschiedenen Konfessionen klammheimlich (die christliche Nächstenliebe lässt grüßen) geschehen musste. Ein gütiger Pfarrer erbarmte sich, „ausnahmsweise“ die Ehe zwischen einem evangelischen Mann und einer katholischen Frau zu besiegeln. Wie lächerlich ist das Ganze aus heutiger(?) Sicht???!!!)
Tragisch nur war, dass ich mich, kaum dass ich über die Lese-Lernphase hinweg war, leidenschaftlich für fremde Kulturen interessierte und mich beizeiten gerne über den Tellerrand hinauslas. So wurde ich Stammkundin unserer städtischen Bücherei. Es gab kein Buch über ferne Erdteile, ihrer Kulturen und Bewohner, das nun vor mir sicher war. Und klar: Lederstrumpfs Chingaachkook war sowieso der Held meiner Kindheitstage. Wie bedeutungslos waren dagegen „Der Trotzkopf“ oder „Heidi“?
Irgendwann fiel mir irgendeine kindgerechte Abhandlung der Kolonisationsgeschichte Amerikas in die Hände. Einer der protagonistischen Indianer stellte kurz vor seiner Hinrichtung beim Anblick der ihm vorgehaltenen Bibel den Gott der Christen in Bezug auf die Moral seiner Peiniger in Frage. In den Himmel, in den die Christen kämen, wollte er aufgrund seiner Erfahrungen mit seinen Gegenübern nicht hin. Seine letzte Amtshandlung war logischerweise die Verweigerung seiner Henkersmahlzeit: Ein Schwur auf die Bibel und die christliche Taufe. Der arme Mann verzichtete auf den Segen….
Ich frage meiner Mutter wohl Löcher in den Bauch: Sie stellte bequemerweise das Beten mit mir ein weil sie wohl durchschaut hatte, was ich durchschaut hatte.
Apropo: Kurz vor ihrem Tod hatte meine Mutter eine unsägliche und unerklärliche Angst vor den Nonnen des Altenheimes, in dem sie bis dato lebte. Den Gottesdienste in dieser Institution verweigerte sie sich in ihren letzten Lebensjahren konsequent. Die „letzte Ölung“ meiner Mutter geschah logischerweise klammheimlich und in meiner Abwesenheit: Ich hatte diesen Akt -ihren eigenem Wunsch gemäß- den Nonnen verboten! (Wie bereits geschildert: Wir hatten Kontakt zu einem Heimkind, das mitsamt seiner Leidensgenossen im Lippstädter St. Hedwigs Kinderheim unter kirchlicher Obhut misshandelt wurde. Vielleicht war das ausschlaggebend für das Gebaren meiner Mutter?)
Zurück zum Thema, ich schweife mal wieder ab: Mit Kindern beten.
Währenddessen man zu meiner Kindheit auf „pädagogisch nicht unbedingt wertvoller Weise“ den Christengott erklärte, bedient man sich kirchlicher- und religionspädagogischerseits heutzutage den Erkenntnissen der modernen Wissenschaften: Häppchenweise wird den Kleinen in der Kinderkirche, Kinderbibeln und Kinderbibelwochen ein gütiger, liebender Gott vermittelt, währenddessen der Gott in den Erwachsenenbibeln weiterhin fröhlich Anleitungen zu Völkermorden liefert. Wo Ehrlichkeit angebracht wäre, wird übertüncht und schöngefärbt, herumgeschwurbelt und herbeigebetet.
<–Man hat dazu gelernt. Wodurch der Kern und Botschaft des Christentums nicht besser geworden ist. Es ist und bleibt die Mär von einem „Schöpfer“, der die Fehlkonstruktion seines Prototypen rächt durch die Opferung seines eigenen Sohnes. Und die Geschichte einer Spezies, die sich aus Angst vor Rache ihres Obrigen in die Hosen scheißt, nach oben buckelt und nach unten austritt.
Amen.
…Einzig das Christentum hat das Folter- und Hinrichtungswerkzeug des Kreuzes zu seinem Symbol erhoben, das Wohn-, Schul-, Kranken- und Gerichtsräume „schmückt“. … Das Christentum zog dann auch von Anfang an eine blutige Spur durch die Geschichte, wie keine andere Religion. (Ernst von Xylander, Psychologe)
Robert Enke ist noch nicht mal unter der Erde, da nutzen die Berufshändefalter dessen Tragödie, um kräftig die Werbetrommel für ihren jeweiligen Glauben oder Kirche zu rühren.
Ja. Spätestens seit heute morgen weiß ich, dass -wer glaubt- gefeit ist gegen Depressionen und überhaupt gegen alle Widrigkeiten des täglichen Lebens. Oder auch nicht.
Unsere fromme Regionalzeitung hat mir das zugeflüstert. Wo sonst Berichte über die schöne ländliche heile Welt entlaufene Kühe stehen, oder wer nun neuer Vorsitzender des örtlichen Schützenvereins ist. Auch immer wieder beeindruckend die KFD-Frauen, wenn sie bei Kaffee und Kuchen medienwirksam ihre Frömmigkeit hervorheben. Oder wie toll die kleinen Christenkinderlein vom Kiga St. xxx mal wieder St. Martin gemalt und gebastelt haben. Aber auch, wie groß der Andrang letzten Sonntagmorgen in der „Kinderkirche“ war und wie schön doch der Kleinkinder-Kirchenchor gesungen hat. Oder wie die Frauen der Glaubensklempnerei, ähm Glaubenswerkstatt zusammen mit ihrem geistlichen Einpeitscher des Herren gelobet haben, da unterbrach der hiesige Pastoralreferent die Idylle und drückte mächtig auf die Tränendrüse. Outete auf fast einer ganzen Zeitungsseite eigene Versagensängste, Krankheiten, Unzulänglichkeiten, Alltagsnöte, Zweifel.
Fast fing ich selbst schon an zu heulen, da fragte ich mich: Was reitet den Mann eigentlich, ist er doch aufgehoben in einer Gemeinschaft, die die Nächstenliebe zelebriert. Wenn auch ferngesteuert. Denn wie zitierte der liebe Pastoralreferent den Apostel Paulus in seinem Schlusssatz:
„Seid gütig zueinander, seid barmherzig, vergebt einander, weil auch Gott euch durch Christus vergeben hat“.
Schützenhilfe von der ultrakonservativen Piusbruderschaft bekam nun Kardinal Joachim Meisner wegen seiner neuerlichen Nazivergleiche: An Allerheiligen hatte der Kölner Erzbischof das Weltbild des britischen Atheisten und Evolutionsbiologen Richard Dawkins in die Nähe der Nazi-Ideologie gerückt.
„Ähnlich wie einst die Nationalsozialisten im einzelnen Menschen primär nur den Träger des Erbgutes seiner Rasse sahen, definiert auch der Vorreiter der neuen Gottlosen, der Engländer Richard Dawkins, den Menschen als Verpackung der allein wichtigen Gene, deren Erhaltung der vorrangige Zweck unseres Daseins sei“, predigte Meisner. Zeitungskommentatoren warfen daraufhin dem Erzbischof vor, er habe zu einem unzulässigen NS-Vergleich gegriffen
Hassprediger Meisner. Bildquelle: www.faz.net
***** (siehe unten)“Meisner hat Recht, weil Dawkins Thesen genau dem Gedankengut totalitärer Regimes entsprechen“, verteidigte der Distriktobere der Piusbrüder Deutschlands, Franz Schmidberger den Kölner Hassprediger. „Meisner liegt richtig, wenn er Dawkins vorwerfe, sein aggressiver Kampf gegen Glaube und Kirche führe zur Abschaffung des Menschen“, sagte Schmidberger gegenüber der Leipziger Volkszeitung. „Ob der Nazi-Vergleich klug war, ist eine andere Sache. Leider ist es in Deutschland immer ein bisschen gefährlich, wenn man Vergleiche mit KZs anstellt. Da handelt man sich gleich den Vorwurf ein, man sei Antisemit“.
Und hiermit fand sich zusammen, was zusammengehört.
Leiter der Piusbruderschaft Deutschlands Franz Schmidberger. Bildquelle: www.volksfreund.de
Ich erinnere:
-Am 1. November 2008 leugnete Piusbruder Bischof Richard Williamson im Priesterseminar der FSSPX in Zaitzkofen bei Regensburg vor schwedischen Kameras die Judenvergasung durch die Nazis und relativierte die Opferzahlen. Dabei ging Williamson davon aus, dass dieses Interview nicht veröffentlicht wird.
-Dass nun einer der Rehabilitierten -Bischof Williamson- erst kurz zuvor und nicht zum ersten Mal mit rechtsextremen Parolen an die Öffentlichkeit gegangen war, will im Vatikan niemand gewusst haben. Die Versöhnungsmaßnahme sei “nach einem falschen Drehbuch” verlaufen, räumt dann auch die Papstzeitung “Osservatore Romano” ein. Doch die Außenwirkung war verheerend: Ausgerechnet ein deutscher Papst und einstiger Hitlerjunge holt einen Holocaust-Leugner in den Schoß der Kirche zurück. Weltweite Empörung war die Folge.
****(siehe oben) Bezeichnend für die Piusbruderschaft ist, dass sie im letzten Juli in einem Protestaufruf gegen den Christopher Street Day mit folgenden Worten wetterte: „Wie stolz sind wir, wenn wir in einem Geschichtsbuch lesen, dass es im Dritten Reich mutige Katholiken gab, die sagten: ´Wir machen diesen Wahnsinn nicht mit!´. Ebenso muss es heute wieder mutige Katholiken geben!“
Im Dritten Reich wurden neben Juden, Kommunisten und Widerstandskämpfern auch Homosexuelle verfolgt. Hitler verteufelte Homosexualität als „entartetes Verhalten“, Schwule wurden als Volksfeinde denunziert. Wenn sie sich nicht anpassten, wurden sie ins KZ geschickt.
Bezeichnend:
Bei einem Besuch in Ungarn bezeichnete Kardinal Meisner Homosexuelle, Drogensüchtige, Terroristen und andere Gruppen als Gifte, die der europäische Mensch ‘ausschwitzen‘ müsse.
Die Abkehr von Gott hat seiner Meinung nach zu schweren Fehlentwicklungen wie Homosexualität geführt. Auch die Wissenschaft sei ein Gift, das die Gesellschaft in Europa zerstören würde.
Und zuletzt einige ausgewählte Zitate, die eindeutig die Nähe der katholischen Kirche mitsamt ihres Klerus’ zum Nationalsozialismus belegen. Begleitend ist zu empfehlen, sich an einigen Stellen noch einmal Meisners Vorwürfe an Dawkins zu Gemüte zu führen:
Es gibt nur wenige Männer…und zu diesen großen Männern gehört unstreitig der Mann, der heute seinen 52.Geburtstag feiert – Adolf Hitler -. Am heutigen Tag versprechen wir ihm, daß wir alle Kräfte zur Verfügung stellen, damit unser Volk den Platz in der Welt gewinnt, der ihm gebührt.(Kathol. Kirchenzeitung der Erzdiözese Köln 20.4.1941)
Wir haben Soldaten nötig, gläubige Soldaten. Gläubige Soldaten sind die wertvollsten. Die setzen alles ein.(Adolf Hitler zu Bischof Wilhelm Berning von Osnabrück)
Über Jerusalem gellt indessen der wahnsinnige, aber wahre Selbstfluch der Juden: »Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!« Der Fluch hat sich furchtbar erfüllt. Bis auf den heute laufenden Tag.(Erzbischof Gröber in einem Hirtenbrief im März 1941)
Wenn bei einem Vorgehen gegen die Juden als Rasse auch einzelne gute und harmlose Juden, bei denen die Unmoral infolge der Vererbung latent ist, mit den Schuldigen leiden müssen, so ist das kein Verstoß gegen die christliche Nächstenliebe, solange die Kirche beispielsweise auch die sittliche Berechtigung des Krieges anerkennt, in dem viel mehr „Unschuldige“ mit den „Schuldigen“ leiden müssen.(Vikar Joseph Roth, Katholizismus und Judenfrage, München 1923)
Moderne Kriege sind Kriege, in denen die Massen sehr viel mehr bedeuten. Die gewollte Einschränkung der Kinderzahl (in Frankreich) bedeutete also den Verzicht auf gleiche nationale Stärke mit Deutschland … Tausende von Eltern beklagen den Verlust des einzigen Sohnes … Strafe muß sein.(Der katholische Theoloe A. J. Rosenberg, 1915)
Ich selber bin Emsländer und muß gestehen, daß ich meine Heimat erst jetzt in ihrer schönsten Form kennengelernt habe…
Ich danke Ihnen, daß sie mir die Heimat gezeigt haben in der Form, die das Dritte Reich daraus gemacht. Lange lag das Emsland im Dornröschenschlaf, bis der Prinz kam und es weckte, dieser Prinz ist unser Führer Adolf Hitler…
Alles was geschehen ist, entspringt der Initiative und dem Weitblick unseres Führers Adolf Hitler. Unserem Vaterlande, unserer Heimat und unserem Führer ein dreifaches Sieg-Heil!(Bischof Dr. Bernig nach der Besichtigung eines KZ)
Den hochwürdigen Pfarrämtern und Kuratie-Ämtern gebe ich die Anweisung, ein feierliches Requiem zu halten zum Gedenken an den Führer und alle im Kampf für das deutsche Vaterland gefallenen Angehörigen der Wehrmacht.(Kardinal Bertram nach dem Selbstmord Hitlers)
Wir wollen Gott dem Herrn für seine leibevolle Führung dankbar sein welche den höchsten Führer unseres Vaterlandes erleuchtet und gestärkt hat, daß die furchtbare Gefahr, welche unserem geliebten deutschen Volke durch die offene Propaganda für Gottlosigkeit und Unsittlichkeit drohte, erkannt zu haben und sie mit starker Hand auszurotten suchen.(Bischof von Galen, 1933)
„Ich als deutscher Mann und Bischof danke dem Führer unseres Volkes für alles, was er für das Recht, die Freiheit und die Ehre des deutschen Volkes getan hat.“(Kardinal von Galen, 1936)
Der Führer, dem Gottes Vorsehung die Leitung unserer Politik und die Verantwortung für das Geschick unserer deutschen Heimat anvertraut hat, hat in mutigem Entschluß die Ketten zerrissen, in denen nach dem unglücklichen Ausgang des Krieges feindliche Mächte unser Volk dauernd gleichsam gefangenhielten.(Kardinal von Galen, 1936)
Echter Caritasdienst muß Dienst der Rassenhygiene sein, weil nur durch die Aufartung des Volkes auch die beste Grundlage für die Ausbreitung des Reiches Gottes auf Erden geschaffen wird.(Jahrbuch d. Caritaswissenschaft, 1934)
Ich werde niemals ein völlig säkularisiertes Schulsystem dulden. Charakter kann nur auf religiöser Basis aufgebaut werden.(Der Katholik Adolf Hitler)
Aufrechten Hauptes und festen Schrittes sind wir eingetreten in das neue Reich und sind bereit, ihm zu dienen mit dem Einsatze aller Kräfte unseres Leibes und unserer Seele.(Bischof Bornewasser auf einer katholischen Jugendversammlung in der Kathedrale von Trier, 1933)
Im Interesse der Seelsorger selbst und der Kiche sehen Wir uns weiter zu der Mahnung und Weisung veranlaßt, in Predigt, Christenlehre und Religionsunterricht, sowie in der Vereinstätigkeit und privaten Aussprache, alles zu vermeiden, was als Kritik der leitenden Persönlichkeiten in Staat und Gemeinde oder der von ihnen vertretenen staatspolitischen Anschauungen ausgelegt werden könnte.(Erzbischof Gröber, Juni 1933)
Wir haben eben so kraftvolle Worte vom Nationalsozialismus gehört. Gestatten Sie mir, die Schwestern in der Kirche mit der SA zu vergleichen.(D. Karow, Bischof von Berlin)
Was die alten Parlamente und Parteien in 60 Jahren nicht fertigbrachten, hat Ihr staatsmännischer Weitblick in 6 Monaten weltgeschichtlich verwirklicht. Für Deutschlands Ansehen nach Osten und Westen und vor der ganzen Welt bedeutet dieser Handschlag mit dem Papsttum, der größten sittlichen Macht der Weltgeschichte, eine Großtat von unermeßlichem Segen.(Handgeschriebener Glückwunschbrief des Kardinal Faulhaber an Adolf Hitler zum Abschluß des Konkordats)
Der Gesellenverein und die NSDAP haben das gleiche Ziel: die Einheit des deutschen Volkes. [...] Ich wäre glücklich, wenn aus echten treuen Kolpingssöhnen ebenso treue SA- und SS-Männer würden.(Der Generalsekretär des ‘Katholischen Gesellenvereins’ Johannes Nattermann)
Was wir alle ersehnt und erstrebt haben, ist Tatsache geworden: Wir haben ein Reich und einen Führer, und diesem Führer folgen wir treu und gewissenhaft … Wir fragen nicht nach der Person, sondern wir wissen, daß derjenige, der an der Spitze steht, von Gott uns als Führer gesetzt ist.(Generalvikar Paul Steinmann in Vertretung des Berliner Bischofs Schreiber vor einer Versammlung von mehreren tausend kath. Jugendlichen)
Die deutschen Katholiken betrachten die Hitler-Regierung als eine gottgegebene Autorität…(Generalvikar Steinmann von Berlin)
Uns kommt es aufrichtig aus der Seele: Gott erhalte unserem Volk unseren Reichskanzler.(Aus einem Brief des Kardinal Faulhaber an den Führer)
Der Führer des Dritten Reiches hat den deutschen Menschen aus seiner äußeren Erniedrigung erweckt und zu den angestammten germanischen Werten der Ehre, Treue und Tapferkeit zurückgeführt …(Erzbischof Gröber, Handbuch der religiösen Gegenwartsfragen)
Die Weigerung, Hitler den Treueeid zu schwören, ist ein Verstoß gegen die allgemeine Christenpflicht.(Mit dieser Begründung verweigerte ein Gefängnisgeistlicher dem Pallottinerpater Franz Reinisch nach seiner Verhaftung die Heilige Kommunion)
Wir bekennen uns freudig zur deutschen Volksgemeinschaft und fühlen uns mit ihr untrennbar verbunden in guten wie auch in trüben Tagen … In diesem echt christlichen Geiste durchleben wir nun auch mit der Teilnahme unseres ganzen Herzens den großen Kampf unseres Volkes um Sicherung seines Lebens und seiner Geltung in der Welt. mit Bewunderung schauen wir auf unser Heer, das in heldenhaftem Ringen unter hervorragender Führung zahlreiche Erfolge erzielt hat und weiterhin erzielt. Wir danken Gott für seinen Beistand. Gerade als Christen sind wir entschlossen, unsere ganze Kraft einzusetzen, damit der endgültige Sieg unserem Vaterland gesichert werde. Gerade als gläubige, von der Liebe Gottes durchglühte Christen stehen wir treu zu unserem Führer, der mit sicherer Hand die Geschicke unseres Volkes leitet.(Hirtenbrief des Bischofs Kaller von Ermland, 25. Januar 1941)
„Es ist ein großes Verdienst der Reichsregierung und besonders des Herrn Reichskanzlers, daß dem würdelosen Treiben der Gottlosen energisch Halt geboten, daß der geistigen Entartung der Völker, dem Bolschewismus ein Ende bereitet wurde. Niemand von uns darf je die Regierung in diesem schweren Kampfe im Stich lassen.“(Der Trierer Bischof Bornewasser vor katholischen Studenten)
„Die Mitglieder des Pfarrernotbundes stehen unbedingt zu dem Führer des Volkes Adolf Hitler. Sie schämen sich, daß sie durch kirchliche Gegner genötigt werden, diese Selbstverständlichkeit überhaupt auszusprechen.“(Erklärung des Pfarrernotbundes vom 13. November 1933)
„…eine äußerst schwere Beleidigung, nicht nur für die ruandische Kirche sondern für die römisch-katholische Kirche insgesamt“.(Der Vatikan-Sprecher Joaquin Navarro zur Verhaftung von Bischof Augustin Misago, dem wegen der mutmaßlichen Beteiligung an der Ermordung von über 800.000 Menschen in Ruanda der Prozeß gemacht wurde, 1999)
Danken wir dafür, daß Seine Exzellenz gerettet wurde, damit er die ihm von Gott aufgetragene Mission fortsetzen kann.(Der katholische Militärbischof Joaquin Matte zum Jahrestag eines mißglückten Attentates auf Pinochet, 1987)
Dass viele der Herren in den lustigen Kleidchen nicht unbedingt in computertechnischen Dingen versiert sind, mag uns nicht verwundern.
Wenn aber diese Geschichte nicht so traurig wäre -wieder einmal kam ans Tageslicht, dass Pfaffen gerne kleine Jungs befummeln- könnte man herzlich über das lachen, was einem Gottesmann im Bistum Scranton (USA) während einer Messfeier passierte….
Ich möchte hier nicht vorgreifen und schicke Euch zu Tammox
Der Vorstandssprecher der Giordano Bruno Stiftung, Michael Schmidt-Salomon, bezeichnete Meisners Predigt am Montagmorgen als „Propaganda der übleren Sorte“. Meisner habe die Positionen religionskritischer Wissenschaftler völlig entstellt und darüber hinaus „kolossale Geschichtsverfälschung“ betrieben. Anders als der Kardinal es darlegte, sei die Menschenrechtsidee maßgeblich von religionskritischen Personen vorangetrieben worden, während katholische Päpste diese als „unerträgliche Anmaßung“ verworfen hätten. Erst 1961 habe sich der Vatikan zu einer halbgaren Anerkennung der Menschenrechte durchgerungen. Seither sei es zwar Mode geworden, die katholische Kirche als Vorreiterin der Menschenrechte hinzustellen, mit der Realität habe dies jedoch wenig zu tun.
Meisner / Foto: http://www.sculpturepark.de/
Gottesglaube der Nationalsozialisten
Als „demagogisch“ beziehungsweise als „erschreckend uninformiert“ wertete Schmidt-Salomon den Nazi-Vergleich, den Meisner bemühte, um konfessionsfreie Menschen zu diskreditieren. Schließlich sei der Nationalsozialismus keineswegs atheistisch gewesen. „Der Gottesglaube avancierte im Nazi-Regime sogar zur Staatsdoktrin!“, führte der Stiftungssprecher aus. „Kurz nach der Machtübernahme der NSDAP wurde der atheistische Freidenkerverbund verboten und in dessen Büro die ‚Reichszentrale zur Bekämpfung des Gottlosentums’ eingerichtet. Während Nazideutschland mit dem Vatikan das ‘Reichskonkordat’ abschloss, waren Atheisten im NS-Regime unerwünscht, da ‘Gottlosigkeit’ als Ausdruck des ‘zersetzenden jüdischen Geistes’ galt.“
Wenn man unbedingt einen Vergleich mit dem Nationalsozialismus ziehen wolle, müsse man festhalten, dass es weit größere Parallelen zwischen Meisners Glauben und der Naziideologie gebe als zwischen den „neuen Gottlosen“ und dem Nationalsozialismus. So hätten sich die Nationalsozialisten wie Meisner „als Streiter des Guten“ im Kampf gegen „das universelle Böse“ verstanden. Eine zentrale Rolle habe dabei die Wahnidee gespielt, dass sich „im Juden“ „das Böse“ verkörpere. „Ich gehe nicht davon aus, dass Meisner dieser speziellen Wahnidee unterliegt“, sagte Schmidt-Salomon, „aber es ist nicht zu leugnen, dass sich die Nazipropaganda vom ‚Juden als Teufel in Menschengestalt’ maßgeblich aus dem jahrhundertealten, christlichen Antijudaismus speiste, der schon lange vor dem Nationalsozialismus zu fürchterlichen Pogromen führte. Die katholische Kirche hat ihre Mitverantwortung an den nationalsozialistischen Gräueltaten bis heute nicht kritisch aufgearbeitet. Dass Meisner ausgerechnet jene Weltanschauung in die Nähe des Nationalsozialismus rückte, die vom Nazi-Regime von Anfang an verfolgt wurde, setzt diesem Trauerspiel die Krone auf.“